Berlin - Das
Problem ist bekannt, jeder weiss es und beklagt sich darüber - die
etablierten Parteien sind abgehoben und korrupt, neue Parteien sind
klein und zersplittert, nichts ändert sich, die Demokratie ist
blockiert und der Parlamentarismus faktisch ausser Funktion.Ein paar
Leute aus Berlin haben nun beschlossen, etwas Konkretes dagegen zu
unternehmen. Sie planen ein Bündnis im Rahmen eines bundesweiten
Dachverbandes, der ausschliesslich zu Bundestagswahlen antritt und so etwas wie eine allmächtige Zentrale schlicht nicht mehr hat.
Die Idee ist so neu wie simpel: in jedem Bundesland tritt ein
Bündnis von Kleinstparteien zu Landtagswahlen an. Den Namen kann jeder
Landesverband der Region entsprechend (Flächenland, Metropole, konservativ, progressiv) selbst wählen. Nötig ist nur der Zusatz “im Sozialen Bündnis” und eine Übereinstimmung mit der Charta des Bundesdach -verbandes, wie z.B. dem “Ziel der sozialen Gerechtigkeit und Chancengleichheit in der Wirtschaftsordnung”.
Der Dachverband “Soziales Bündnis” tritt dann, paritätisch
aus den Landesverbänden / Landesparteien zusammengesetzt, zu
Bundestagswahlen an. Ansonsten hat er nur die Funktion explizit zu
Bundesthemen Stellung zu nehmen.Eine Parteizentrale und ein
Bundesvorsitzender entfällt durch die förderale Struktur ebenso wie
Bundesparteitage.
Das Wahlprogramm für die alle 4 Jahre stattfindende Bundestagswahl
entwirft eine Bundesversammlung der Landesparteien. Sie stellt auch die
Liste der Kandidaten zusammen oder nimmt Korrekturen an der Charta vor,
welche die verbindenden Werte der Landesparteien repräsentieren.
An den Landesparteien / Landesdachverbänden können und sollen sich
neben Kleinstparteien auch soziale Initiativen und Bürgerverbände,
basisnahe Gewerkschaftler, regionale Gruppen und Umwelt- und
Datenschutzkreise beteiligen.
Der nächste Treff der Berliner Initiatoren ist nächsten Dienstag.
Bundesweit ist man mit Gruppen via Internetkonferenz im Gespräch.
Die Initiative wurde mit dem Titel “Unsere Ideen konnten sie uns nicht wegnehmen” von Radio Utopie DJ DocCodi gestartet, einem von vielen ehemaligen Mitgliedern der aufgelösten WASG.
Der Gründungsprozess der bundesweiten Dach-Partei soll öffentlich
und nachvollziehbar sein, der Entwurf der Charta (1) im “Sozialen
Bündnis” kann im Radio Utopie Forum diskutiert werden.
Quellen:
(1)
http://www.radio-utopie.de/forum/topic.php?id=25
vorherige Artikel zum Thema:
04.02.08
Dachverband für kleine Parteien: Debatte im Radio Utopie Forum
28.01.08
Debatte in Berlin über neue Partei geht weiter
11.01.08
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