3 December 2007 - Die RAF,die Geheimdienste und die Mächtigen - wer ermordete Siegfried Buback?
Karlsruhe - Der Sohn des am 7. April 1977 ermordeten
Generalstaatsanwaltes Siegfried Buback, Michael Buback , hat einen für
leichtgläubige Mitbürger ungeheuerlichen Verdacht geäussert. "Es muss
geklärt werden, ob es eine Deckung von Tatverdächtigen unter
Beteiligung von 'Diensten' gegeben hat", so Buback am heutigen Sonntag
in Karlsruhe (1). Er habe eine entsprechende "Vermutung". Es habe sich,
so der Sohn des Attentatsopfers, "der Eindruck verdichtet, dass es ein
bedeutendes Geheimnis gibt, und wir hoffen, dass es keinen Verrat an
meinem Vater gab", so Buback laut Pressemeldungen.
Es geht noch weiter. Michael Buback äußerte auch die These, dass
Geheimdienste von der Tat im Vorfeld wussten, also die RAF entweder
unterwandert hatten oder eigene Operationen unter diesem "Label"
durchführten.
"So könnte die Deckung eines Täters deshalb so rasch Wirkung entfaltet
haben, da sie vorbereitet werden konnte, weil man von der Tat bereits
vor deren Ausführung wusste", sagte Buback. Dies sei zwar "ein
schrecklicher Gedanke". Diese Variante könne er aber "nicht mit
Sicherheit ausschließen". Er habe Hinweise dafür, dass sein Vater
"NEBEN DER RAF NOCH ANDERE GEGNER" hatte.
Buback drohte zugleich mit einer Strafanzeige gegen die
Bundesanwaltschaft unter Generalbundesanwältin Monika Harms. Buback
verdächtigt sie, die seiner Ansicht "dringend tatverdächtige" Verena
Becker decke. Becker war Mitglied der "Roten Armee Fraktion " (RAF).
Buback verlangte jetzt ultimativ von der Bundesstaatsanwaltschaft ein
Ermittlungsverfahren gegen Becker einzuleiten. Ihm sei "klar geworden"
dass Becker eine dringend Tatverdächtige sei und "gleichzeitig eine
Informantin des Geheimdienstes", sagte Buback.
Zu welchem Zeitpunkt sie dies war, geht aus den Meldungen derzeit noch
nicht hervor. Vor einigen Tagen hatte Michael Buback jedoch erwähnt,
dass die Tatwaffe bei einer "BND-Beamtin" gefunden worden sei.
BND-BEAMTIN VERENA BECKER?
Folgende Meldung war in den letzten Tagen zu lesen (2):
Am 02.Oktober.07 fand laut diesem Bericht ein von der Stuttgarter Zeitung
veranstaltetes Symposium in Stuttgart statt. Eingeladen war unter
anderen auch Chemieprofessor Michael Buback. Leider fanden folgende
Äußerungen von Buback wenig Beachtung in den Medien.
Dieser erzählte eindrucksvoll, dass er durch den vor einiger Zeit
erfolgten verwirrenden Anruf vom ex-RAF-Mitglied Peter-Jürgen Boock und
die Erklärung, dass Christian Klar bei dem Attentat auf seinen Vater
nicht geschossen habe, selbst eigene Nachforschung betrieben habe.
Erschrecken fand er die Erkenntnis, dass zwei unabhängige, glaubwürdig
Augenzeugen des Mordes aussagten, dass eine zierliche Frau auf dem
Sozius geschossen habe. Und wenig später wurde eine zierliche Frau mit
der Mordwaffe in Singen verhaftet und diese Spur sei überhaupt nicht
verfolgt worden. Dann steht dort in der Meldung wörtlich:
"Später stellte sich heraus, dass es sich um eine BND-Mitarbeiterin handelte."
Des Weiteren erklärte Buback er habe zu Boock im Telefongespräch gesagt:
"Mein Vater wurde wegen seines Berufes ermordet". Boock erklärte ihm
aber, dass das nicht wahr sein. Boock aber behaupte, sein Vater habe
eine Ermordung der inhaftierten RAF-Terroristen geplant. Davon hätte
die RAF erfahren und ihn deshalb ermordet.
Der Verdacht liegt nahe, dass Peter-Jürgen Boock den Verdacht weg von
Verena Becker und dem tatsächlichen Geschehen lenken wollte.
WER WAREN DIE ANDEREN FEINDE DES SIEGFRIED BUBACK?
Nun, im Jahr 1977 starben eine ganze Reihe von Leuten (3). Auch sonst passiert viel. Der Reihe nach..
Fritz Ries, geboren am 4. Februar 1907 in Saarbrücken, lernt an der
Universität Heidelberg einen gewissen Hanns Martin Schleyer in der
Studentenverbindung Corps Suevia Heidelberg kennen.
Er wird der Fuchsmajor des späteren Präsidenten von BDI und deutschem Arbeitgeberverband.
Im Korporationswesen ist die Rolle des "Fuchses" zum "Fuchsmajor" eine
gerade für junge Menschen sehr prägende und streng hierarchische
Prägung, die durchaus mit Unterwerfung einhergeht.
Seit 1933 ist Ries Mitglied der NSDAP, ab 1936 "Vertrauensmann für besondere Angelegenheiten" der Geheimen Staatspolizei.
Seit 1934 persönlich haftender Gesellschafter der Flügel & Polter
KG in Leipzig bereichert sich der Faschist durch "Arisierungen" und
"Übernahmen".
Sein 120-Mann-Betrieb wird zu einem Konzern mit über 10.000 Beschäftigten.
Alleine bei den von ihm "übernommenen" Betrieben der Oberschlesischen
Gummiwerke in Trzebinia (Westgalizien) beschäftigt er, laut einer
"Gefolgschaftsübersicht" vom 30. Juni 1942, insgesamt 2653 jüdische
Zwangsarbeiter, davon 2160 Frauen und Mädchen. Mit deren Ausbeutung
steigt der Umsatz in Trzebinaia um das Zwölffache.
Im polnischen Lodz übernimmt Ries einen "arisierten" Großbetrieb mit 15 Walzwerken.
Auf der Flucht vor der Roten Armee
setzt er sich, mit einem Großteil seines liquiden Kapitals, nach
Westdeutschland ab.Nach der Kapitulation Deutschlands 1945 meldet er
Ansprüche als Vertriebener an.
Unter der Regierung von Adenauer beantragt er Entschädigung für seine,
von der Roten Armee besetzten, Produktionsstätten - und bekommt sie...
Mit dem Geld baut er anschließend die PEGULAN-Werke in der Pfalz, sowie
die Badischen Plastic-Werke (heute: Peguform) in Baden, auf.
Ries fördert in den Nachkriegsjahrzehnten systematisch rechte Politiker
- Kurt Biedenkopf, Helmut Kohl und Franz-Josef Strauß, dessen Frau
Marianne an den PEGULAN-Werken beteiligt ist.Schleyer zieht dort in den Aufsichtsrat.
Ries erwirbt sich gemeinsam mit Schleyer den Ruf eines "Kanzlermachers".
Als der spätere Kanzler Helmut Kohl 1969 Ministerpräsident in Mainz wird, soll Ries über ihn gesagt haben:
"Wenn ich nachts um zwei anrufe, muß er springen".
Auch bei seinem "Fuchs" Schleyer hinterlässt Ries so seine Spuren.
Hans Schleyer - dem man wie Franz Strauss empfahl, den zweiten Vornamen
hinzuzunehmen, damit man nicht so zackig klang - äusserte sich 1971
sehr dezidiert zur Mitbestimmung.Die "artgemäße Führung" erlaube nun mal keine "volle Mitbestimmung" durch die "Belegschaft".
"Wenn man der Meinung ist," so Hans Schleyer, "dass unsere derzeitige
Ordnung im wesentlichen auf dem Eigentum basiert und das Eigentum eines
der entscheidenden Ordnungselemente ist, dann ist die Mitbestimmung ein
Angriff auf diese Ordnung, denn sie ist zweifellos ein Angriff auf die
Funktion des Eigentums."
Im Jahre 1977 entscheidet sich Fritz Ries, zusammen mit dem
ex-SS-Offizier Hans (Martin) Schleyer, dem zu dieser Zeit mächtigsten
Mann der "Wirtschaft" in Deutschland, nicht mehr auf Franz (Josef)
Strauss zu setzen, sondern auf Helmut Kohl.
Dann passiert folgendes: Fritz Ries, der Ziehvater der mächtigsten
Männer Deutschlands wird am 20.Juli 1977 tot aufgefunden. Selbstmord
mit eigener Waffe, wie es heisst.
Über die Gründe ist bis heute nichts bekannt. Es wird auch nirgends diskutiert.
Nur einige Wochen zuvor, am 7. April 1977, war der Generalbundesanwalt
am Bundesgerichtshof, Siegfried Buback, von bis heute Unbekannten mit
der NATO-Standartwaffe Heckler & Koch HK 43 (Kaliber 5,56 x 45 mm)
erschossen worden. Auch der Tatablauf ist unklar.Die Tatsache, dass der Wagen von Buback an einem Pfosten hing, wurde
damit erklärt, dass der Fuss seines Fahrers nach seinem Tode vom
Bremspedal gerutscht sei, auf das dieser während des Überfalls bis zum
Tode getreten habe.
Buback galt als Fachjurist und ermittelte explezit zur RAF , Terrorismus und Spionagefällen.
1969 wurde eine Munitionsdepot der Bundeswehr in Lebach überfallen. 4 Soldaten starben, einer wurde schwer verletzt.
Rechte Presse und politische Kreise sahen die "Ausserpalamentarische
Opposition" hinter der Tat und riefen nach neuen "Sicherheitsgesetzen".
Buback gelang schliesslich die zuerst aussichtslos erscheinende
Ermittlung von 2 Tatverdächtigen. Sie gaben an versucht zu haben an
Waffen zu gelangen, mit deren Hilfe später Menschen entführt und
Lösegeld erpresst werden sollte
Und zwar weil sie schwul seien und sich irgendwie aus der Gesellschaft ausgegrenzt gefühlt hätten.
Sie wurden zu lebenslanger Haft verurteilt.
Ein dritter Täter musste nur bis 1973 einsitzen und erwirkte
Gerichtsurteile, die die Austrahlung von TV-Dokumentationen über den
Fall verhinderten.
Siegfried Buback war auch in der Guillaume-Affäre tätig gewesen, die 2
Jahre zuvor zum Sturz von Willy Brandt durch die SPD und den
ex-Wehrmachtsoffizier Helmut Schmidt geführt hatte.
Am 30.Juli - 10 Tage nachdem der Ziehvater der mächtigsten Männer
Deutschlands, Fritz Ries, tot aufgefunden wurde - wird Jürgen Ponto,
Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG , in seinem Haus in Oberursel
(Taunus) erschossen.
Am 5.September wird Hans Schleyer durch ein bis heute unbekanntes
Kommando der "RAF" entführt und am 19.Oktober tot aufgefunden.
Kurt Biedenkopf tritt als CDU-Generalsekretär wegen
Meinungsverschiedenheiten mit Helmut Kohl zurück und heiratet 1979 die
Tochter seines toten Ziehvaters Fritz Ries.
Später setzt sich Franz Strauss (CSU) im Rennen um die
Kanzlerkandidatur gegen Helmut Kohl (CDU) durch, verliert aber bei der
Bundestagswahl 1980 klar gegen den damaligen Bundeskanzler und
ehemaligen Wehrmachtsoffizier Helmut Schmidt (SPD).
Noch jetzt, in diesem Augenblick, läuft ein Ermittlungsverfahren zur
Klärung des Kommandos, was den Generalstaatsanwalt Siegfried Buback
erschoss.
Niemand weiss bis heute wer es war.
Fast niemand.
Quelle : Sozialaktivist und Freund , Daniel Neun von Radio Utopie
http://radio-utopie.de/index.php?themenID=1071
weiterer Artikel:
09.10.07
Ex-BKA-Chef Hans-Ludwig Zachert kündigt blutigen Terroranschlag in Deutschland an
http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=1040
Quellen:
(1) http://www.ad-hoc-news.de/Politik-News
(2) http://politikprofiler.blogspot.com
(3) http://www.radio-utopie.de/archiv.php?themenID=688
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